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Frau Böhmer, Sie haben bei der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag das Direktmandat gewonnen. Welche Erfahrungen haben Sie während des Wahlkampfes gemacht?
Zunächst einmal bin ich sehr glücklich, dass uns gemeinsam das gelungen ist, was bislang nur Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl geschafft hat: Das Direktmandat für die CDU im Wahlkreis zu gewinnen. Das Ergebnis zeigt mir, dass die Wählerinnen und Wähler meinen Einsatz für den Wahlkreis in den letzten Jahren anerkennen. Ich bin im Wahlkampf viel unter die Menschen gegangen, habe Märkte besucht, war bei Kewereröffnungen, beim Canvassing und in Fußgängerzonen. Ich habe mit den Menschen über ihre Sorgen und Ängste gesprochen, habe viele Anregungen für meine Arbeit in Berlin mitgenommen und konkrete Hilfe bei Problemen leisten können. Diesen direkten Kontakt werde ich intensivieren und weiter pflegen. Meine Erfahrung zeigt aber auch, dass es ohne die vielen engagierten Wahlkampfhelfer nicht geht. Ich hatte ein tolles Team aus den Reihen der drei Kreisverbände, das mich unterstützt hat, und dafür bin ich sehr dankbar.
Sie haben als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration viel bewegen können. Sie haben den Nationalen Integrationsplan auf den Weg gebracht und viele gute Projekte angestoßen. Welche Rolle spielt dabei Ihr Wahlkreis?
Mein Wahlkreis spielt bei meiner Arbeit eine entscheidende Rolle. Ich muss nicht nach Berlin-Neukölln gehen, um mir ein Bild vom Zusammenleben der Kulturen zu machen, das bekomme ich genauso hier vor Ort. Ich habe in den letzten Jahren viele Schulen mehrfach besucht, das gleich gilt für Kindergärten, Volkshochschulen und Vereine. Ich habe intensive Gespräche mit Lehrern, Erziehern und Ehrenamtlichen geführt und vor allem eines getan: zugehört. Die Probleme und Erfahrungen sind in meine Arbeit eingeflossen, und umgekehrt habe ich viel zurückgegeben. Nehmen Sie mein Projekt „Ganzheitliches Integrationscoaching“, kurz GINCO. Hier werden jungen Menschen, die abzurutschen drohen, gezielt auf den Berufseinstieg vorbereitet. Gefördert wird das Projekt von der Bundesagentur für Arbeit. Klare Sache, dass ich mich dafür stark gemacht habe, Ludwigshafen zur Modellregion wird und die Berufsbildende Schule einen Coach an die Seite bekommt.
Was haben Sie sich für die kommenden vier Jahre für Ihren Wahlkreis vorgenommen?
Nun, bislang hatte ich als Staatsministerin viele Termine und konnte nicht immer im Wahlkreis sein, doch es kommt ja eher darauf an, was ich für die Menschen in meiner Heimat unter dem Strich erreichen kann. Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben: Früher musste ich noch einen Brief an den Verkehrsminister schreiben. Heute spreche ich ihn im Kabinett direkt an, diskutiere mit ihm über den Lärmschutz am Kombiverkehrsterminal in Ludwigshafen, über Umgehungsstraßen oder den Lärmschutz an der Bahnstrecke in Limburgerhof. Das will ich in der kommenden Wahlperiode noch intensivieren.
